Eröffnung Gewaltschutz-Zentrum Soest
Die feierliche Eröffnung des neuen Gewaltschutz-Zentrums am Feldmühlenweg markiert einen bedeutenden Schritt für den Schutz von Frauen und Kindern im Kreis Soest. Rund 180 Gäste aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um den Zusammenschluss von Frauenhaus Soest, Frauenberatung Soest, die Fachstelle zur Prävention von Genitalbeschneidung YUNA WESTFALEN-LIPPE und der Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach zu würdigen.
Gemeinsam für eine diskriminierungssensible Anti-Gewalt-Arbeit
Wie kann Anti-Gewalt-Arbeit so gestaltet werden, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen gleichermaßen Zugang zu Unterstützung und Schutz erhalten? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich die Mitarbeitenden der Beratungsstellen und des Frauenhaus Soest – allesamt in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen - beim Klausurtag „Antidiskriminierung“ am 23. September 2026 im Seminar-Zentrum in Soest.
Maike Schöne übernimmt die Frauenberatungen in Warstein
Frauen, die sich in belastenden Lebenssituationen befinden, können sich mit ihren Sorgen und Nöten an die Frauenberatung Soest wenden – und das geht auch direkt in der Stadt Warstein. Denn einmal im Monat wird das Zimmer 39 im Rathaus zur „Außenstelle“ der Frauenberatung. Die Diplom-Pädagogin und systemische Therapeutin (DGSF) Maike Schöne hat jetzt die Beratungstermine in der Stadt Warstein übernommen.
Vertrauliche Spurensicherung im Kreis Soest gestartet
Seit Anfang Juni gibt es im Kreis Soest erstmals die Möglichkeit einer vertraulichen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt. Das Klinikum Lippstadt sichert am Standort Wiedenbrücker Straße Spuren und dokumentiert Verletzungen – ohne dass Betroffene sofort eine Anzeige erstatten müssen. Für die FRAUENBERATUNG SOEST und die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen ist dieses neue Angebot ein zentraler Baustein, um Betroffene frühzeitig zu unterstützen und ihnen Handlungssicherheit zurückzugeben.
Politische Verantwortung für nachhaltigen Gewaltschutz gefordert
Mit der Zustimmung des Bundesrats zum Gewalthilfegesetz im Februar 2025 wurde ein Meilenstein im Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt gesetzt. Der bundesweite Rechtsanspruch auf Schutz verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, ein flächendeckendes Hilfesystem sicherzustellen. „Jetzt kommt es darauf an, dass dieser Anspruch vor Ort wirklich ankommt“, betont eine Beraterin der FRAUENBERATUNG SOEST.
„Frauenpower – Deine Zukunft beginnt hier!“
Die Einrichtungen der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) präsentierten sich auf der Soester Frauenmesse „Frauenpower – Deine Zukunft beginnt hier!“ in der Stadthalle Soest mit einem vielfältigen und engagierten Auftritt. Im Bereich „Beratungsstellen“ boten die Frauenberatung und das Frauenhaus umfassende Informationen und persönliche Ansprechpartnerinnen für Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, in denen sie Beratung oder gar akuten Schutz benötigen. Ergänzt wurde das Angebot durch den Stand des Lina‑Oberbäumer‑Hauses, des Hanse‑Zentrums sowie des Soester Bildungs-Instituts für Pflegeberufe, die Einblicke in Pflegeberufe, Ausbildungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven gaben.
Kundgebung in Lippstadt setzt starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen
Auf dem Lippstädter Rathausplatz versammelten sich am Montagnachmittag rund 160 Menschen, um ein deutliches Zeichen gegen digitale und analoge Gewalt an Frauen zu setzen. Unter dem Motto „Auch das Netz muss sicher sein“ schloss sich Lippstadt damit den bundesweiten Protesten an, die durch die Vorwürfe der Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex‑Partner Christian Ulmen ausgelöst wurden. Trotz schlechter Wetterbedingungen übertraf die Beteiligung die ursprünglich angemeldeten 50 Personen deutlich.
Entwicklungen und Belastungen in der Frauenberatung Soest
Die Mitarbeitenden der FRAUENBERATUNG SOEST blicken auf ein intensives Jahr 2025 zurück: Insgesamt suchten 323 Menschen Unterstützung, darunter 247 Frauen, die erstmals Kontakt aufnahmen. „Die steigende Zahl der Erstkontakte zeigt, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind“, betont eine der Beraterinnen. In 1.246 Beratungsgesprächen begleiteten die Mitarbeiterinnen die Ratsuchenden durch Krisen, 35 mal auch zu Polizei, Gericht oder medizinischen Terminen – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Belastung vieler Betroffener.
Ein neues Zuhause für Schutz und Stärke
Das neue Gewaltschutz-Zentrum der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) beherbergt das FRAUENHAUS SOEST, die FRAUENBERATUNG SOEST und die Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach. „Die Idee engerer Verzahnung von ambulanter Beratung und geschützter Unterbringung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ist eine gute Idee,“ sagt Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW. Im vergangenen Jahr baute die EFHiW, die seit vielen Jahren Anti-Gewalt-Arbeit in Westfalen verantwortet, das zentral in Soest gelegene Gebäude zu einem modernen Schutz- und Beratungszentrum um.

