Eröffnung Gewaltschutz-Zentrum Soest
Die feierliche Eröffnung des neuen Gewaltschutz-Zentrums am Feldmühlenweg markiert einen bedeutenden Schritt für den Schutz von Frauen und Kindern im Kreis Soest. Rund 180 Gäste aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um den Zusammenschluss von Frauenhaus Soest, Frauenberatung Soest, die Fachstelle zur Prävention von Genitalbeschneidung YUNA WESTFALEN-LIPPE und der Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach zu würdigen.
Kundgebung in Lippstadt setzt starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen
Auf dem Lippstädter Rathausplatz versammelten sich am Montagnachmittag rund 160 Menschen, um ein deutliches Zeichen gegen digitale und analoge Gewalt an Frauen zu setzen. Unter dem Motto „Auch das Netz muss sicher sein“ schloss sich Lippstadt damit den bundesweiten Protesten an, die durch die Vorwürfe der Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex‑Partner Christian Ulmen ausgelöst wurden. Trotz schlechter Wetterbedingungen übertraf die Beteiligung die ursprünglich angemeldeten 50 Personen deutlich.
Eröffnung des Gewaltschutz-Zentrums in Soest gefeiert
Mit rund 180 Gästen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft hat die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) am 27. Februar ihr neues Gewaltschutz-Zentrum am Feldmühlenweg in Soest feierlich eröffnet. Das Zentrum vereint das FRAUENHAUS SOEST, die FRAUENBERATUNG SOEST und die Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach. Ab Anfang März bedeutet das: Kurze Wege und enge Verzahnung von ambulanter Beratung und geschützter Unterbringung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder. „Es ist ein Ort, der sagt: Hier bist du sicher, hier bist du willkommen“, sagte Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW, in ihrer Andacht zur Begrüßung der Gäste.
Entwicklungen und Belastungen in der Frauenberatung Soest
Die Mitarbeitenden der FRAUENBERATUNG SOEST blicken auf ein intensives Jahr 2025 zurück: Insgesamt suchten 323 Menschen Unterstützung, darunter 247 Frauen, die erstmals Kontakt aufnahmen. „Die steigende Zahl der Erstkontakte zeigt, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind“, betont eine der Beraterinnen. In 1.246 Beratungsgesprächen begleiteten die Mitarbeiterinnen die Ratsuchenden durch Krisen, 35 mal auch zu Polizei, Gericht oder medizinischen Terminen – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Belastung vieler Betroffener.
Ein neues Zuhause für Schutz und Stärke
Das neue Gewaltschutz-Zentrum der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) beherbergt das FRAUENHAUS SOEST, die FRAUENBERATUNG SOEST und die Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach. „Die Idee engerer Verzahnung von ambulanter Beratung und geschützter Unterbringung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ist eine gute Idee,“ sagt Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW. Im vergangenen Jahr baute die EFHiW, die seit vielen Jahren Anti-Gewalt-Arbeit in Westfalen verantwortet, das zentral in Soest gelegene Gebäude zu einem modernen Schutz- und Beratungszentrum um.
Jahresbericht FRAUENBERATUNG SOEST 2025
Jede dritte Frau in Deutschland hat bereits sexualisierte oder körperliche Gewalt erlebt. Jeden Tag versucht ein Mann, seine (Ex-) Partnerin zu töten - jeden zweiten Tag gelingt es ihm. Häusliche Gewalt ist kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem, das hohe ökonomische Kosten für die Gesellschaft verursacht. Es braucht mehr Aufklärung, damit Gewalt gegen Frauen kein Tabuthema mehr ist und Betroffene sich trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und diese dann auch bekommen.

