Frauenberatung Soest beriet 322 Menschen

Frauenberatung Soest beriet 322 Menschen (März 2024)

Die Mitarbeiterinnen der Frauenberatung Soest führten insgesamt 982 Beratungsgespräche.
Foto: EFHiW

Mehr denn je ist die Frauenberatung Soest auch auf Spenden angewiesen“, stellen Lena Sauerland, Barbara Batzik und Larissa Braun fest. Sie sind die Mitarbeiterinnen der Frauenberatung Soest.
Die Beratungsstelle stellt mit den Schwerpunkten Allgemeine Frauenberatungsstelle und Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt eine notwendige Ergänzung im Netz der Hilfen im Kreis Soest dar.

Die Frauenberatung Soest erhält derzeit sowohl Fördermittel des Landes als auch des Kreises Soest. Zugleich verbleibt jedoch ein erheblicher Eigenteil von 10 %, der von der Trägerin, der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW), aufgebracht werden muss. „Für eine bedarfsgerechte Beratung und Begleitung schutzsuchender Frauen ist eine verbindliche Finanzierung, die dem Auftrag unseres Angebots entspricht und den tatsächlichen Bedarf refinanziert, jedoch dauerhaft unerlässlich.“, verdeutlicht Lena Sauerland und Barbara Batzik ergänzt: „Nur so kann ein niedrigschwelliger Zugang für alle von Gewalt betroffene Frauen gewährleistet werden.

Ermutigung zu einem selbstbestimmten und gewaltfreien Leben

Die drei Mitarbeiterinnen der Frauenberatung Soest wissen, wovon sie sprechen. Im Jahr 2023 wurden 322 Menschen beraten, von denen 247 in dem Jahr zum ersten Mal Kontakt zu der Beratungsstelle hatten. „Ziel jeder Intervention und Beratung ist die Stärkung und Ermutigung der Frauen, ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für sich und ggf. ihre Kinder zu schaffen“, erläutert Lena Sauerland. Die Beratungsstelle leistet frauenspezifische, ganzheitliche psychosoziale Begleitung, Beratung und präventive Arbeit durch Information und Öffentlichkeitsarbeit im Netzwerk vorhandener Hilfesysteme.

Insgesamt wurden 982 Beratungsgespräche geführt. Seit Mai 2023 bietet die Frauenberatungsstelle auch Online-Beratung an. So konnten im Jahr 2023 bereits 50 Online-Beratungen stattfinden.
Etwa die Hälfte der Ratsuchenden kamen aus den Städten Soest, Lippstadt, Werl und Warstein. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Frauen aus den ländlichen Gebieten etwas besser erreicht.
52 % der Frauen sind zwischen 26 und 50 Jahren. 22 % der Ratsuchenden leben mit ihren Kindern zusammen. Über die Hälfte der Ratsuchenden besitzt eine deutsche Staatsangehörigkeit ohne Zuwanderungsgeschichte. Knapp 48 % der Frauen nennen Trennung, Scheidung oder Beziehungsprobleme als Beratungsanlass.

Für alle frauenrelevanten Fragen da

Die Zahlen verdeutlichen: Die Frauenberatungsstelle steht für alle frauenrelevanten Fragen zur Verfügung“, stellt Barbara Batzik fest und Larissa Braun ergänzt: „Die Ratsuchenden finden psychosoziale Beratung und weitere Hilfen, um persönliche - auch allgemeine - Probleme zu lösen, eine Krise zu bewältigen oder Entscheidungen zu treffen.

Die Frauenberatung Soest ist auch eine Anlaufstelle für Frauen, die von unterschiedlichen Formen von Gewalt - körperlich, psychisch, sexualisiert, digital - betroffen sind. 60 % der Frauen nennen „erlebte Gewalt“ als Beratungsanlass. Bei 28 % der Frauen ist das Thema sexualisierte Gewalt das Hauptthema im Beratungsprozess. Mit 30 % ist auch der (Wieder-)Aufbau des Selbstwertgefühls ein wichtiger Beratungsbaustein. Weitere Themen sind Stalking, Belästigung oder Mobbing. In 11 % der Fälle erleben die Ratsuchenden Stalking. 6 % erleben digitale Gewalt.

Die Ratsuchenden, die im Jahr 2023 die unterschiedlichen Formen von Gewalt als Anlass der Beratung benennen, berichten, dass 94 % der Gewalttaten von männlichen Einzeltätern, 3 % von Täter*innengruppen und 3 % von weiblichen Täterinnen verübt wurden.

Beratungsanlass sexualisierte Gewalt

Seit April 2022 ist die Frauenberatung Soest erweitert um die „Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt“. Beim Beratungsanlass „sexualisierter Gewalt“ handelt es sich bei 59 % der Nennungen um Vergewaltigung bzw. sexuelle Nötigung. 10 % der von sexualisierter Gewalt betroffenen Frauen erlebte sexuelle Belästigung. 33 % der Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, erlebten Taten gegen ihre sexuelle Selbstbestimmung bereits in der Kindheit. Dieses Beratungsanliegen wurde in diesem Jahr häufiger als im Vorjahr vorgebracht.

Hintergrund

Die Allgemeine Frauenberatungsstelle im Kreis Soest stellt seit dem 01.12.2020 eine notwendige Ergänzung im Netz der Hilfen im Kreis Soest dar. In die Landesförderung NRW neu aufgenommen füllt sie mit ihren niedrigschwelligen und sozialraumnahen Hilfe- und Beratungsangeboten eine bestehende Lücke.

Neben der „Allgemeinen Frauenberatungsstelle im Kreis Soest“, gibt es seit April 2022 die Förderung des Landes und des Kreises für eine „Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt“. Die Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt ist Anlaufstelle für Fragen und Anliegen rund um das Thema sexualisierte Gewalt.
Die Frauenberatung Soest ist in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.
Weiteres unter www.frauenberatung-soest.de